Ein kleiner Reisebericht.

Vor einem Jahr begannen die Planungen zur Teilnahme am Schützenfest in Bedburg und reiften am Donnerstag vor Pfingsten mit den letzten Reisevorbereitungen.

Mit der einstündigen Verspätung unseres Busses aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens zu Pfingsten begann unsere Reise nach Bedburg; im Gepäck nicht nur lange musikalische Vorbereitungen, sondern auch die Grüße und Präsente unserer Bürgermeisterin Frau Maria Unger, die uns mit der Repräsentation der Stadt Gütersloh beauftragte.

Nach unserer Ankunft am Freitagabend gegen 22.00 Uhr, wurden wir Spielleute herzlich empfangen und erfuhren von da an eine gelebte Gastfreundschaft, während unseres gesamten Aufenthaltes. Dank der intensiven Vorbereitungen, hatte die Bruderschaft im Schulterschluss mit der Stadt, eine geeignete Unterkunft in einer Sporthalle hergerichtet, die in den nächsten drei Tagen unserer Herberge wurde. Nachdem wir uns ein wenig häuslich eingerichtet hatten, gingen wir auf Einladung des Brudermeisters Hans Willi Schiffer, zu einem Begrüßungsumtrunk in eine der vielen kleinen Kneipen der Stadt Bedburg. Hier lernten wir auch die weiteren Mitglieder des Schützenvorstandes kennen und konnten erste Kontakte knüpfen, sowie den weiteren Verlauf unseres Aufenthaltes besprechen. Anschließend verbrachten wir 27 Spielleute die erste Nacht gemeinsam in der Sporthalle und mit ein wenig Rücksicht und Nachsicht kam jeder, früher oder später, zur Ruhe.

Nach dem frühen Wecken am Samstagmorgen um 6.30 Uhr, machten wir uns zu unserm ersten Frühstück im Jugendheim der St. Lambertus Kirche auf, das nur wenig entfernt mitten im Bedburger Zentrum liegt, und lernten somit gleich ein wenig von der Stadt kennen. Im Jugendheim angelangt überraschten uns die Schützendamen mit einem Frühstücksbüfett das keine Wünsche offen ließ und das wir in angenehmer Atmosphäre an allen Tagen erneut genießen durften.
Nach einigen Besorgungen, einem kleinen Rundgang durch die Stadt, den Schlosspark und dem Festplatz trafen wir uns dann um 10.30 Uhr am Rathaus zu einem ersten Highlight des Tages. Die Stadt hatte unter Federführung ihres Bürgermeisters Herrn Willy Harren einen Besuch des Braunkohletagebaus Garzweiler, dem größten Arbeitgeber der Region organisiert. So befuhren wir am Samstagmorgen, nach der Begrüßung durch den Bürgermeister, den gigantischen Tagebau der RWE Rheinbraun mit einem geländegängigem Bus und elebten aus nur 50m Entfernung einen der großen Abraumbagger in voller Aktion.

Nach unserer Rückkehr konnten wir Spielleute am Samstagnachmittag dann erstmals mit unserer Musik aufwarten, zunächst durch einem kleinem Festzug mit den Schützenzügen durch den Stadtteil Broich. Hier lernten wir auch seine Majestät Heinz Willi Weckop kennen, der uns freundschaftlich willkommen hieß und mit dem wir während der nächsten Tage viel Spaß und angenehme Stunden verbrachten.
Das anschließende Platzkonzert auf dem gut besuchten Marktplatz, musste jedoch nach 20 Minuten wegen eines starken Landregens abgebrochen werden und so blieb uns nur die Möglichkeit im Schutz einer Markise mit ein wenig Marschmusik zu unterhalten. Nach einem weiteren Festzug am regenreichen Samstagabend erlebten wir beim anschließenden Bürgertreff im Festzelt, wie stimmungsvoll und harmonisch im Rheinland miteinander gefeiert wird.

Der sonnige Pfingstsonntag, der für uns noch ein wenig früher als der Vortag begann, startete mit einem Marsch zum Kirchgang, anschließender Krönungsmesse und einem Pfarrer dessen klaren Worte mit Beifall bedacht wurden. Nach der Kranzniederlegung im Schlosshof ging es dann zum Festplatz. Dort konnten wir während des Frühschoppens im stark gefüllten Festzelt endlich mit konzertanter Musik überzeugen und auch mit der Musikkapelle "Körrenzig" mehr als nur "In Harmonie vereint" miteinander aufspielen. Der Bürgermeister der Stadt begrüßte uns erneut, bedankte sich für unsere Mitgestaltung und zeigte großes Interesse an unserer Musik. Ein gemeinsames, sehr gutes Mittagessen im Restaurant "Bedburger Mühle" beschloss den Frühschoppen.
Nach dem verkaufsoffenen Sonntag in der Bedburger Innenstadt, mit Tausenden von Besuchern ging es für uns am frühen Abend zur Königsehrung und anschließend mit Marschmusik zum Festplatz, wo wir erneut während des Tanz- und Plaudertreffs Kontakte knüpfen und gewonnene Freundschaften vertiefen konnten. Hier erlebten wir auch einen König der nicht nur einen Orden verlieh, sondern auch seine musikalischen Fähigkeiten an der Trommel unter Beweis stellte. Ein letzter Tanzwunsch rundete einen schönen Abend ab, bevor wir die Nachtruhe einläuteten.

Am Pfingstmontag gelang es uns nach erneutem Kirchgang, vor dem Bedburger Rathaus, mit einem Formationsmarsch der vier Schwenkungen enthält, die aufgeführte Parade eindrucksvoll zu untermalen und spontane Beifallsbekundungen entgegen zu nehmen. Hier wurden wir durch den Brudermeister Hans Willi Schiffer anschließend zum "Ehrenspielmannszug der St. Sebastianus-Bruderschaft" ernannt.
Im Festzelt lösten wir anschließend das Versprechen ein, den König einmal als Stabführer walten zu lassen und nahmen dafür die Bühne des Königs unter Beschlag, dessen Gefolge im Takt mitschunkelte. Nach dem gemeinsamen Mittagessen im Restaurant "Rheinischer Hof" marschierten wir musikalisch mit dem Grenadier- und Artilleriezug durch die Innenstadt zum Sammelpunkt des großen Festmarsches.
Dieser Festmarsch wurde der Höhepunkt des Schützenfestes, den am frühen Nachmittag viele Hunderte Bürger und Gäste, oftmals in vier, fünf Reihen hintereinander stehend in den Straßen verfolgten. Mit einer Musikparade aller teilnehmenden Musik- und Spielmannszüge unter dem gemeinsamen Spiel "Mars de Medici", sowie dem nochmals aufgeführtem Formationsmarsch wussten wir die Bedburger und ihre Gäste zu gewinnen. Am frühen Abend verließen wir dann unsere Gastgeber in der Gewissheit viele, neue freundschaftliche Kontakte geknüpft zu haben. So haben wir den Bürgermeister und die Schützenbruderschaft am 24. November aus Anlass unseres Konzertes nach Avenwedde zu einem Gegenbesuch eingeladen. Gerne wurde diese Einladung entgegengenommen, möchten die Bedburger Schützen diese Gelegenheit doch nutzen, uns die Urkunde "Ehrenspielmannszug der Bruderschaft" zu überbringen.

Unser Dank gilt dem Brudermeister Hans Willi Schiffer, dem Bürgermeister der Stadt Bedburg, Willy Harren, den Bedburger Schützen, allen Helfern und Sponsoren und nicht zuletzt der Bedburger Bevölkerung. Wir waren gerne Gäste dieser Stadt und hoffen auf ein baldiges Wiedersehen.

(Frank Uhr)
Artikel aus dem "allegro" 2/2002